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Nina Simone
Strange Fruit

Cover: Strange Fruit von Nina Simone

Kurzübersicht zum Song

„Strange Fruit“ wurde ursprünglich 1939 von Billie Holiday veröffentlicht. Der Text geht auf das Gedicht „Bitter Fruit“ des Lehrers und Aktivisten Abel Meeropol zurück, das er später zu „Strange Fruit“ überarbeitete. Nina Simone nahm „Strange Fruit“ in den 1960er Jahren in ihr Repertoire auf. Ihre Studiofassung erschien 1965 auf dem Album „Pastel Blues“. Die Aufnahme entstand für Philips Records. Die Komposition verbindet eine langsame, eindringliche Balladenform mit stark reduzierter Begleitung. Simones Interpretation ist für ihren ernsten Vortrag und ihre klare Artikulation des Textes bekannt. Das Lied gehört zu den zentralen politischen Stücken in Simones Konzert- und Aufnahmegeschichte. „Strange Fruit“ wurde durch Simone zu einem festen Bestandteil des Protestsongs im Umfeld der US-Bürgerrechtsbewegung.

Informationen zum Song

  • Genre: Jazz
  • Dauer: 03:30
  • Label: Verve Reissues
  • ISRC: USPR36500082
  • Veröffentlichungen: 1 Album verfügbar

MP3-Preview (30s) bereitgestellt von Deezer ❤️
Informationen zum Song
Strange Fruit

Entstehung und Ursprung

Strange Fruit geht auf ein Gedicht des US-amerikanischen Lehrers und Aktivisten Abel Meeropol zurück, das er 1937 unter dem Pseudonym Lewis Allan veröffentlichte. Meeropol schrieb den Text als Reaktion auf Fotografien von Lynchmorden an Afroamerikanern im Süden der Vereinigten Staaten. Aus dem Gedicht entwickelte er später ein Lied, das durch Billie Holiday berühmt wurde, die es 1939 aufnahm.

Nina Simones Version

Nina Simone nahm Strange Fruit in den 1960er Jahren in ihr Repertoire auf und veröffentlichte ihre Studioversion 1965 auf dem Album Pastel Blues. Die Einspielung erschien in einer Phase, in der Simone ihr künstlerisches Profil deutlich mit Themen von Rassismus, Gewalt und Bürgerrechten verband. Auf demselben Album befindet sich auch Sinnerman, wodurch Pastel Blues als eines ihrer politisch und emotional markantesten Alben gilt.

Musikalische Merkmale

Simones Interpretation ist langsam, düster und stark auf die Wirkung des Textes ausgerichtet. Ihr Gesang arbeitet mit klarer Diktion, gedehnten Phrasen und einer kontrollierten dramatischen Steigerung. Die Begleitung ist sparsam gehalten und verstärkt die beklemmende Atmosphäre des Liedes. Im Unterschied zu Billie Holidays klassischer Aufnahme wirkt Simones Version härter und direkter in der emotionalen Zuspitzung.

Historische und kulturelle Bedeutung

Der Text von Strange Fruit beschreibt Lynchmorde an Schwarzen in den USA mit der Bildmetapher der „seltsamen Früchte“, die an Bäumen hängen. Das Lied gilt als eines der frühesten und bekanntesten musikalischen Werke des 20. Jahrhunderts, das den rassistischen Terror in den Vereinigten Staaten ausdrücklich thematisierte. In Nina Simones Repertoire erhielt das Stück zusätzliches Gewicht, weil sie es in eine künstlerische Arbeit einbettete, die auch Lieder wie Mississippi Goddam und Four Women umfasste.

Wirkung im Werk von Nina Simone

Strange Fruit gehört zu den Liedern, mit denen Nina Simone ihre Rolle als politische Künstlerin schärfte. Ihre Aufführungspraxis verband klassische Schulung, Jazz, Blues und Protestkultur zu einer eigenständigen Ausdrucksform. Dadurch wurde das Lied in ihrer Version zu einem zentralen Beispiel für die Verbindung von musikalischer Interpretation und afroamerikanischer Bürgerrechtsgeschichte.


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