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Carlos Mejía Godoy y los de Palacagüina
El Credo

Cover: El Credo von Carlos Mejía Godoy y los de Palacagüina

Kurzübersicht zum Song

"El Credo" ist ein Lied von Carlos Mejía Godoy y los de Palacagüina. Carlos Mejía Godoy ist ein nicaraguanischer Sänger, Komponist und Vertreter des politisch geprägten Nueva-Canción-Spektrums in Nicaragua. Los de Palacagüina ist die mit ihm verbundene Musikgruppe aus Nicaragua. Der Titel des Liedes verwendet das spanische Wort "Credo", das im christlichen Kontext das Glaubensbekenntnis bezeichnet.

Informationen zum Song

  • Genre: Folk
  • Dauer: 04:32
  • Label: Cargo Music Entertainment
  • ISRC: ES7960703433
  • Veröffentlichungen: 1 Album verfügbar

MP3-Preview (30s) bereitgestellt von Deezer ❤️
Informationen zum Song
El Credo

Entstehung und Kontext

„El Credo“ ist ein zentrales Stück der Misa Campesina Nicaragüense (Nicaraguanische Bauernmesse), die Carlos Mejía Godoy im Jahr 1975 verfasste. Die Komposition entstand im Umfeld der christlichen Basisgemeinde des Archipels Solentiname, die unter der Leitung des Dichters und Priesters Ernesto Cardenal stand. Die Texte des Liedes basieren auf den gemeinschaftlichen Bibelauslegungen nicaraguanischer Campesinos und spiegeln die Grundsätze der Befreiungstheologie wider.

Inhaltliche Merkmale

Das Lied interpretiert das christliche Glaubensbekenntnis neu, indem es Gott als Arbeiter und Handwerker darstellt. In den Strophen wird die Gottheit als „arquitecto, ingeniero, artesano y carpintero“ (Architekt, Ingenieur, Handwerker und Zimmermann) sowie als „albañil“ (Maurer) bezeichnet. Diese Vermenschlichung dient dazu, die göttliche Präsenz im alltäglichen Überlebenskampf der armen Bevölkerung Nicaraguas zu verankern. Der Text betont die Solidarität Gottes mit den Unterdrückten und den Leidenden und fordert soziale Gerechtigkeit ein.

Musikalische Struktur

Die musikalische Form von „El Credo“ folgt dem Son Nica, einem traditionellen nicaraguanischen Rhythmus, der maßgeblich von Camilo Zapata geprägt wurde. Die Instrumentierung der Aufnahmen von Carlos Mejía Godoy y los de Palacagüina umfasst typischerweise akustische Gitarren, Akkordeon und Perkussionsinstrumente. Der Gesang ist durch einen kräftigen, volkstümlichen Chorsatz geprägt, der die gemeinschaftliche Komponente der Liturgie unterstreicht und sich bewusst von der klassischen sakralen Musik abhebt.

Historische Bedeutung und Rezeption

Kurz nach ihrer Entstehung wurde die Misa Campesina von der nicaraguanischen Bischofskonferenz unter Erzbischof Miguel Obando y Bravo verboten, da sie als politisch subversiv eingestuft wurde. Trotz dieses Verbots verbreitete sich „El Credo“ als Hymne des Widerstands gegen die Diktatur von Anastasio Somoza Debayle. Im Jahr 1977 wurde in Spanien eine Studioversion der Messe aufgenommen, an der namhafte Künstler wie Elsa Baeza, Ana Belén und die Gruppe Vino Tinto mitwirkten. Diese Fassung erreichte die Spitzenplätze der spanischen Hitparaden und verhalf dem Lied zu internationaler Bekanntheit in der gesamten spanischsprachigen Welt.


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